Unsere Degussa Bank-Shops

Der Tag im Industriepark Höchst fing ungewöhnlich an. Noch bevor ich am Empfang vorstellig werden durfte, musste ich einen Sicherheitstest am Computer bestehen. Die vier Prüfungsfragen sollten jedoch bei Normalbürgern, die das kurze Einweisungsvideo studiert haben, keinerlei Probleme machen. Die etwas befremdlich wirkenden Sicherheitsbestimmungen gibt es natürlich nicht ohne Grund. Im Werk wird mit hochgiftigen und gefährlichen Substanzen gearbeitet. Erhöhte Sicherheitsbestimmungen sind ein Muss.

Meine erste Anlaufstelle, nach Bestehen des Sicherheitstests, war der Bank-Shop von Udo Graf. Dank der zentralen Lage ist es selbst für orientierungsschwache Besucher wie mich kein Problem, ihn zu finden. Und das, obwohl das Gelände vier Quadratkilometer umfasst und von innen aussieht wie eine Kaserne. Ursprünglich gehörte die gesamte Fläche der ehemaligen Farbwerke Hoechst AG. Die eigene Postleitzahl 65926, die immer noch für das Gelände gilt, wurde der AG 1993 zugewiesen.

Degussa Bank-Shops

Im Industriepark Höchst ist die Degussa Bank mit zwei Bank-Shops vertreten. Den Bank-Shop Höchst-Süd leitet Udo Graf, für Höchst-West ist Christina Knapp verantwortlich. Die Zweigstellen sind im Werk jeweils in der Nähe der Kantinen gelegen, um das Durchlaufgeschäft anzuheizen. Von meinen Beobachtungen her ging das Konzept auch auf. Die meisten Kunden kamen direkt vor oder unmittelbar nach dem Kantinenbesuch.

Ebenso war es erfreulich, dass die beiden Marktverantwortlichen das ganze Gelände besser kannten als ihre eigene Westentasche, sie waren per Du mit wichtigen Entscheidungsträgern und hatten einen sichtlich engen Kontakt zu vielen ihrer Kunden. Der Vorteil dieser Nähe sei unter anderem, dass auch kritische Themen (Hallo neues InternetBanking 🙂 ) sachlich angesprochen werden können. Bei ihrem vorherigen Arbeitgeber wurden die Kunden bisweilen etwas lauter, erzählte Frau Knapp, das sei hier noch nie so gewesen.

Sehenswürdigkeiten im Industriepark

Der Behrensbau aus den frühen 1920er Jahren ist das Highlight und Blickfang des Parks. Das nach seinem Architekten Peter Behrens benannte Gebäude führt über die Straße, sodass man überdacht in den anderen Teil des Gebäudes wechseln kann, ohne „nass“ zu werden. Das war damals eine Sensation. Eine Kombination aus Turm und Brücke des Behrensbaus zierte früher sogar das Logo der Hoechst AG. Im Inneren ist übrigens noch immer ein historischer Paternoster (ein rotierender Fahrstuhl mit mehreren offenen Kabinen, in die man während der Fahrt aufspringt) im Einsatz.

Turm und Brücke © Infraserv Höchst

Turm und Brücke © Infraserv Höchst

Zentraler Innenhof © Infraserv Höchst

Zentraler Innenhof © Infraserv Höchst

Paternoster im Behrensbau © Infraserv Höchst

Paternoster im Behrensbau © Infraserv Höchst

Weiße Weihnachten

Ein durchaus beeindruckendes Phänomen des Industrieparks ist der sogenannte Industrieschnee. Dieser entsteht bei winterlichen Inversionswetterlagen und wird durch Wasserdampfemissionen der Kraftwerke und Kühltürme verursacht. Weihnachten 2007 sorgte der Industrieschnee für weiße Weihnachten in den angrenzenden Stadtteilen des Parks, während das übrige Rhein-Main-Gebiet trocken blieb. Industrieschnee ist von seiner Beschaffenheit her feinkörniger als normaler Schnee und gegebenenfalls mit mehr Schadstoffen belastet. Zudem haftet er besser an und in Objekten.

Wandel der Zeit

Das Beeindruckendste an diesem Standort ist freilich der sichtbare Wandel der Zeit. Die historischen Gemäuer aus den 20er Jahren sind nach wie vor in Takt und werden genutzt. Selbst das 70er Jahre Flair, das der Kantine-West seinen Namen verlieh – die gelbe Hölle – trägt zur Schönheit des gesamten Geländes bei. Abschließend kann man nur sagen, der Tag war sehr beeindruckend – und völlig unbeabsichtigt brachte er auch noch Einblicke in eine längst vergangene Zeit.

InfoBox

Lesen Sie auch die weiteren Teile unserer neuen Serie: Teil 2: Mein Tag bei PUMA in Herzogenaurach

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