Das ändert sich beim Zahlen per girocard

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Das ändert sich beim Zahlen per girocard

Die girocard, im Volksmund noch immer gerne EC-Karte genannt, gehört zu jedem guten Bankkonto dazu und wird gerne zum bargeldlosen Bezahlen an der Kasse verwendet. Rund 100 Millionen dieser Kärtchen sind momentan im Umlauf. Die Verifizierung erfolgt mittels PIN oder Unterschrift, die Abwicklung selbst ist schnell, unkompliziert und verbraucherfreundlich. Der Kunde weiß, wie man mit Karte zahlt. Eine neue EU-Richtlinie wird nun bei vielen Verbrauchern für Verwirrung sorgen, denn: Schon bald haben sie die Wahl.

girocard nutzt zwei Systeme

Eine girocard verkörpert in gewisser Weise ein 2-in-1-System. Neben der girocard-Funktion, die inländische Transaktionen direkt über die Hausbank abwickelt, wird für Zahlungen im Ausland Maestro bzw. V-Pay verwendet. Maestro ist ein internationaler Debitkartendienst von MasterCard, der nahezu weltweit zur Verfügung steht. V-Pay, das Substitutionsprodukt von VISA, ist nur für die Verwendung innerhalb der EU und einiger weiterer europäischer Staaten vorgesehen.

Bei Zahlungen innerhalb Deutschlands wird derzeit immer das girocard-System bevorzugt. Da die Abwicklung über MasterCard respektive VISA für den Händler teurer ist, bieten einige unter ihnen sogar nur dieses System als Alternative zum Bargeld an. Sogenannte Maestro-only-Karten, die bspw. von der Smartphone-Bank N26 ausgegeben werden, sind dort nicht einsetzbar.

Der Kunde ist König!

Um MasterCard und VISA hierzulande nicht zu benachteiligen, können Kunden künftig selbst entscheiden, welche Kartenfunktion ihrer girocard genutzt wird: girocard oder Maestro (bzw. V-PAY). Diese Wahl haben die Kunden dort, wo neben der girocard-Funktion auch andere Zahlarten akzeptiert werden. Das ist bei jenen Händlern der Fall, die auch Kreditkarten nehmen. Bis die neue Richtlinie umgesetzt wird, dauert es vermutlich noch einige Monate, da zunächst die Bezahlterminals umgestellt werden müssen. Stellen Sie sich aber schon einmal darauf ein, dass Sie schon bald an der Kasse gefragt werden.

Für Händler von Nachteil, für Kunden kompliziert

Bei jeder Zahlung mit girocard bekommen die Hausbanken 0,2 Prozent des Umsatzes als Provision vom Händler. Entscheidet man sich hingegen für die Abwicklung über Maestro oder V-PAY, ist die etwas höhere Interchangegebühr in Höhe von 0,3 Prozent fällig.

Damit sich demnächst keine langen Schlangen voller entscheidungsschwacher Kunden vor den Kassen in den Einkaufshäusern bilden, wird sich wohl die folgende Lösung bei den meisten Händlern durchsetzen: Die Zahlung per girocard bleibt Standard. Möchte der Kunde das nicht, muss er aktiv am Bezahlterminal ein Knöpfchen drücken und die Auswahl ändern. Man kann allerdings davon ausgehen, dass MasterCard und VISA versuchen werden, dem Kunden durch Gewinnspiele oder Rabatte Anreize zu geben, die Wahl zu ihren Gunsten zu fällen.

InfoBox

In den USA werden Kunden schon lange an der Kasse gefragt: "Debit or credit?". Debit läuft über die Hausbank, credit wird über die Kreditkartenfirma abgewickelt.  

5 Kommentare zu “Das ändert sich beim Zahlen per girocard”

  1. Avatar G. Cadorin sagt:

    Wozu das Ganze?? Die bisherige EC Karte gilt doch weiterhin und auch die Kreditkarte, z,B. Visa.

  2. Avatar Norbert Lange sagt:

    Und ab wann kann der interessierte Kunde unserer Bank mit einer s.g. Kontaktlosen-Zahlung Karte rechnen?

    1. Hallo Herr Lange,
      das ist bereits in der Planung. Voraussichtlich gegen Ende des kommenden Jahres.
      Viele Grüße
      André Mengel

  3. Avatar Welsch, WOLFGANG Vinzenz sagt:

    …xxxyyyzzz.

  4. Avatar Welsch, WOLFGANG Vinzenz sagt:

    …geht es noch komplizierter????? W.V.W. Dusseliges System!!! Hier könnten wir von den USA lernen!!! So oder so!!! Meine, persönliche, Meinung!!!!! W.V.W.

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