Katalonien: Wirtschaftliche Auswirkungen einer Abspaltung

Katalonien: Wirtschaftliche Auswirkungen einer Abspaltung

Der Katalonien-Konflikt ist zum Jahresende das neue brennende Thema in den Nachrichten geworden. Täglich wird über den Wunsch der Katalanen nach mehr Unabhängigkeit und den Spannungen mit dem Mutterland Spanien berichtet. Die Situation ist dabei alles andere als diplomatisch und sachlich, einige Bilder erinnern gar an Bürgerkriegs-ähnliche Zustände. Worüber kaum jemand spricht, ist jedoch die wirtschaftliche Zukunft Kataloniens, sollte es – obgleich verfassungsrechtlich gesehen unmöglich – zu einer Abspaltung und Autonomie der Region kommen.

Katalonien wäre Drittland der EU

Obwohl Katalonien zu den wohlhabenderen Regionen Spaniens gehört, würde das „Land“ nach einer Abspaltung zunächst eine Flaute erleben. Zwar könnte Katalonien den Euro beibehalten oder auch eine neue Währung einführen, die an ihn gebunden ist. Dadurch würden die katalanischen Banken jedoch den Rückhalt der EZB verlieren und ihr Kreditvolumen würde auf einen Schlag stark sinken.

Unternehmer sind gegen Abspaltung

Für Unternehmen wie Seat, BASF und großen Zuliefererfirmen für die Pharma- und Lebensmittelindustrie, die alle in Katalonien ansässig sind, wäre eine Abspaltung verheerend. Kein Wunder also, dass sich vor allem Unternehmer gegen den aktuell nationalen Trend der Region stellen. Denn ohne EU gäbe es „keinen freien Verkehr der Arbeiter, Waren, Dienstleistungen und des Kapitals“, heißt es unter anderem in der Deklaration von Barcelona. Auch Finanzierungen durch die EZB würden wegfallen.

 

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Im Jahre 1714 verloren die Katalanen in einer Schlacht gegen die Vorfahren des heutigen spanischen Königshauses. Angeblich war dies die Geburtsstunde der Separatisten.

3 Kommentare zu “Katalonien: Wirtschaftliche Auswirkungen einer Abspaltung”

  1. Rolf sagt:

    Dies ist der Plan des CUP, um Katalonien zu nehmen …
    Das Übergangsgesetz, das vom TC ausgesetzt ist, beschreibt die ersten Entscheidungen, die die Generalitat annehmen würde. Dazu gehören Grenz- und Zollkontrolle.

    Grenzkontrolle und die Justiz, die Amnestie aller Angeklagten und Verurteilten der Anklage und die Vertreibung der Armee sind die ersten Schritte, die von der Generalitat genommen werden sollen, wenn die Unabhängigen die einseitige Erklärung der Sezession nächste Woche beenden und internationale Anerkennung erhalten . Diese Maßnahmen sind in dem Gesetz über die rechtliche und grundlegende Übergangsregelung der Republik enthalten, ein Text, der vom Parlament Anfang September mit der Abstimmung von JxSí und CUP genehmigt wurde und obwohl er vom Verfassungsgericht (TC) ausgesetzt wurde, Die Sezessionisten halten es immer noch für legitim und effektiv. Das sind die Entscheidungen, die die Kontrolle über Katalonien übernehmen:

    Ja und den Bürger mit falschen Zahlen belügen..

  2. Johannes Frank sagt:

    Eine intelligente Bevölkerung sollte sich nicht belügen lassen sondern sich so unvoreingenommen wie möglich informieren und dann gute Entscheidungen treffen.
    An intelligent Population should not allow to be lied to but inform itself on a broad and unbiased (as far
    as possible) basis to be able to make good decisions.
    Une population intelligente ne doit pas permettre de mentir, mais s’informer sur une approche large et impartiale (jusqu’à présent comme possible).
    No s’ha d’enganyar a una població intelligent, sinó que ha de ser informada de la manera més oberta possible i prendre bones decisions.

  3. christophthomas sagt:

    Die Menschen in Katalonien werden durch populistische Phrasen der Separatisten getäuscht, da ihnen der bei einer Abspaltung für jeden einzelnen entstehende wirtschaftliche Schaden grob fahrlässig verschwiegen wird. Würde dem Einzelnen die Konsequenz vorher aufgezeigt, fiele die Entscheidung vieler anders aus als im (nicht repräsentativen) Votum der Vorwoche.

    Katalonien wäre noch nicht einmal in der EU, müsste Ein- und Ausfuhr-Zölle hinnehmen, was die Abwanderung von ansässigen Firmen und eine steigende Arbeitslosigkeit bedeutet. Für eine EU-Mitgliedschaft müssten Beiträge an die EU gezahlt werden – also wie an den spanischen Staat. Dass dies bei einer Unabhängigkeitserklärung nicht sein müsse, erweist sich gerade in Großbritannien als Lüge gegenüber der Bevölkerung.

    Unternehmen suchen freie Handelsmöglichkeiten und meiden Einzelstaaten – dies bekommt Großbritannien bereits zu spüren. Auch aus Katalonien beginnen Abwanderungsbewegungen. Keiner investiert in Unsicherheit.

    Das katalonische Regionalparlament hätte demnach seiner Bevölkerung klar die Konsequenzen aufzeigen müssen – und zwar vor einer Abstimmung. Schon allein dadurch ist das „Unabhängigkeitsreferendum“ nichtig.

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