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Gibt es eigentlich noch Reiseschecks? (22.06.2017 04:15)

Früher galten sie quasi als der Notnagel der Urlaubskasse: Reiseschecks, auch Travelers Cheques genannt. Reisende konnten sich damit im Ausland Bargeld besorgen oder bezahlen. Der große Vorteil: Die Schecks wurden bei Verlust binnen 24 Stunden ersetzt, erklärt die Reisebank in Frankfurt.

Doch mit Reiseschecks reist praktisch niemand mehr. Gibt es sie überhaupt noch? Nein. American Express habe als letzter Anbieter den Verkauf in Deutschland bereits zum 31. Dezember 2015 eingestellt, informiert die Reisebank. Sie kauft bestehende Reiseschecks aber weiterhin an.

Die Bedeutung der Travelers Cheques hat in den vergangenen Jahren stetig abgenommen – was vor allem an der zunehmenden Verbreitung von Kreditkarten liegt. Mit ihnen kann man praktisch auf der ganzen Welt bargeldlos zahlen und Geld abheben.


Dax im Minus – schwache Ölpreise belasten (22.06.2017 09:18)

Der Dax hat am Donnerstag weiter nachgegeben. Als anhaltende Kursbremse erwiesen sich die Ölpreise, die sich nach ihrer Talfahrt auf einem niedrigen Niveau stabilisierten. Gleichwohl steht der Dax nur unweit seines jüngst erreichten Rekordhochs.

Wenige Minuten nach dem Handelsstart verlor der deutsche Leitindex 0,27 Prozent auf 12 739,96 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank um 0,38 Prozent auf 25 254,72 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,15 Prozent auf 2272,13 Zähler nach unten. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand ein Kursrückgang von 0,42 Prozent auf 3539,57 Punkte zu Buche.

Bereits am Dienstag hatten die Anleger nach der neuen Dax-Bestmarke bei 12 951 Punkten Kasse gemacht, was sich am Mittwoch fortsetzte. Zuletzt weckten die schwachen Ölpreise Bedenken hinsichtlich der Inflationsziele der Notenbanken. Sollte die US-Notenbank Fed die Zinsen trotz einer sehr niedrigen Inflation weiter anheben, befürchten Experten Belastungen für die Konjunktur.


POLITIK: Experte mahnt Umdenken bei EU-Flüchtlingspolitik an (22.06.2017 09:59)

Der Vorsitzende der Denkfabrik Europäische Stabilitätsinitiative, Gerald Knaus, plädiert für eine neue Flüchtlingspolitik der Europäischen Union. „Man muss die ganze Politik neu diskutieren“, sagte Knaus am Donnerstag im „ZDF“-Morgenmagazin vor Beginn des zweitägigen EU-Gipfels in Brüssel. Dort soll es auch wieder um verschiedene Aspekte der Flüchtlingsfrage gehen. Die Denkfabrik war maßgeblich an der Gestaltung des Flüchtlingspakts der EU mit der Türkei beteiligt gewesen.

Aus Sicht von Knaus sind schnelle Asylverfahren in den Ländern nötig, in denen die Migranten ankommen. Abkommen mit Herkunftsländern müssten dort ein Interesse schaffen, ihre Bürger ab einem Stichtag zurücknehmen, sie müssten auch Möglichkeiten legaler Migration schaffen.

Kritisch blickt Knaus darauf, dass die EU die libysche Küstenwache unterstützt – diese soll Schleuser bekämpfen, aber auch Flüchtlinge zurück nach Libyen bringen. „Da gibt es rechtliche, moralische, aber (…) auch praktische Zweifel, dass das in irgendeiner Form jemals klappen kann“, sagte Knaus.

Man sehe die Versuche seit zwei Jahren, doch die Anzahl der Flüchtlinge, die aus Nordafrika über das Mittelmehr nach Europa kommen, stiegen. Allein in den ersten fünf Monaten 2017 sind mehr als 60 000 Flüchtlinge über Libyen nach Europa gekommen – 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Etwa 1700 Menschen kamen von Januar bis Mai auf der Flucht ums Leben.


Eurokurs wenig verändert (22.06.2017 08:02)

Der Euro hat am Donnerstag seine Kursgewinne vom Vortag gehalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1172 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1147 Dollar festgesetzt.

Der Handel am Devisenmarkt muss weiterhin «ohne wesentliche fundamentale Impulse auskommen», sagte Experte Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Im Tagesverlauf könnten aber Stimmungsdaten aus der französischen Wirtschaft für Bewegung beim Eurokurs sorgen. Umlauf wollte nicht ausschließen, dass die Wahlsiege des französischen Präsidenten Emmanuel Macron für zusätzliche Aufbruchstimmung in den Unternehmen des Landes gesorgt hat.


WDH/EU will engere Zusammenarbeit beim Schutz von Verbraucherrechten (22.06.2017 05:17)

Die Europäische Union will Verbraucherrechte beim Online-Shopping und anderen Geschäften über Grenzen hinweg besser schützen. Experten der EU-Staaten und des Europaparlaments einigten sich am späten Mittwochabend auf eine Stärkung des Rechtsrahmens zur Zusammenarbeit der nationalen Verbraucherschutzbehörden. Dies teilte Malta als derzeitiger Ratsvorsitz mit.

Ziel der Reform ist, Verstöße gegen Verbraucherrechte rascher aufzuspüren und zu ahnden, sofern sie weit verbreitet sind oder die ganze EU betreffen. Gemeint ist zum Beispiel, dass Händler nicht ausreichend auf Garantieansprüche oder Umtauschrechte aufmerksam machen.

Zur Begründung hieß es, würden Verbraucherrechte nicht flächendeckend durchgesetzt, könnten sich unseriöse Händler in der EU entsprechende Standorte suchen. Damit würden gesetzestreue Firmen geschädigt und das Vertrauen der Verbraucher untergraben, vor allem bei Online-Geschäften.

Über ein Warnsystem sollen sich die EU-Länder künftig gegenseitig auf Firmen hinweisen, die im Verdacht stehen. Die nationalen Behörden sollen sich untereinander auch bei Ermittlungen helfen, um zu klären, ob tatsächlich Verstöße vorliegen, ob sie weit verbreitet sind oder die gesamte EU betreffen.