Deutsche hängen an ihrem Münzgeld

Deutsche hängen an ihrem Münzgeld

Kleingeld ist vielen lästig. Es erschwert das Portemonnaie ungemein, wertet es allerdings kaum auf. Die Rede ist vor allem von 1- und 2-Cent Münzen, die man beim Bezahlen von krummen Beträgen mühsam mit dem Zeigefinger aus dem Kleingeldfach fischt. Um den Kunden diese Mühe zu ersparen, wurde vor über einem Jahr im nordrhein-westfälischen Kleve das Runden eingeführt (nicht bei allen, aber bei vielen Händlern). Gemäß dem fröhlichen Motto „Geehrte Kunden, wir runden“ wurden Beträge auf die nächste 5er-Stelle ab- bzw. aufgerundet. Doch Gefallen findet man wohl nicht daran, so nun das ernüchternde Resümee.

Die Händler und die Steuer

Viele Händler machten sich Sorgen um die Abrechnung mit dem Finanzamt und Steuerberater. Da die meisten Kassensysteme nicht auf das Runden eingestellt sind, stimmen am Ende des Jahres natürlich die Beträge nicht – auch wenn die Abweichung nur minimal ist. Pro Einkauf legen die Kunden sogar durchschnittlich ein Drittel Cent drauf, da durch die etablierte „Komma-Neunundneunzig-Preisgestaltung“ öfter zu Gunsten der Händler gerundet wird.

Lange Schlangen beim Bäcker

Während die Niederländer schon lange runden und auch bei Kleinstbeträgen die Karte so schnell zücken wie Cowboys ihren Colt, lernt man hierzulande jeden Pfennig zu schätzen. Wenn also die Kassiererin plötzlich mehr verlangt, bedarf es einer Erklärung. Bei vielen Wartenden entsteht dann schnell eine Schlange.

Die Rahmenbedingungen müssen stimmen

Eine endgültige Entscheidung über das Ende des Kleingeldprojekts ist noch nicht gefallen. Aber deutschlandweit durchsetzen wird sich das Runden noch nicht. Das liegt nicht nur an der fehlenden Infrastruktur, sondern an den vielen neuen Bezahlmethoden, die völlig ohne Bargeld auskommen. Karte ans Terminal. Fertig.

 

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2 Kommentare zu “Deutsche hängen an ihrem Münzgeld”

  1. Michael sagt:

    Karte ans Terminal. Fertig. Ziel ist nicht die Abschaffung vom Kleingeld, sondern die Abschaffung vom Geld, Und wenn es dann nur noch „Plastik“ gibt, dann sind wir den Banken vollkommen ausgeliefert. Die nächste Preissteigerung steht vor der Tür, da sind die paar Cent vom runden nichts dagegen.

  2. Martin Grube sagt:

    Die Gewinner am ,,runden´´ sind doch meistens die Händler und nicht die Kunden,darum klarer Daumen nach unten zu diesem Vorhaben.

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